Der Humanunternehmer

Der Humanunternehmer

Unternehmensführung, wie sie sein sollte – Der Humanunternehmer

Du erinnerst Dich mit Sicherheit noch an meinen letzten Blog, in dem ich mich mit dem Thema „Chef from Hell“ auseinandergesetzt habe. Diese Begegnung und die im Zuge dieser getroffenen Aussagen beschäftigen mich nach wie vor. So entsetzt und enttäuscht ich nach wie vor bin, weiß ich aber auch, dass es unzählige Unternehmer gibt, die komplett anders denken. Und einen solchen Unternehmer darf ich zu meinen Mandanten und Bekannten zählen. Für mich ist dieser Mann das, was als „Chef from Heaven“ bezeichnet werden kann.

Was macht diesen himmlischen Chef aus?

Im Grunde genommen die Tatsache, dass er das komplette Gegenteil des vormals beschriebenen „Chef-Hell-Modells“ ist. Aussagen, dass Mitarbeiter faul seien und darüber hinaus dumm – kurzum, zu nichts zu gebrauchen – würde dieser Chef niemals treffen. Im Gegenteil – er weiß, welche Bedeutung seinen Mitarbeitern zukommt. Er weiß, dass er ohne diese seine Firma dichtmachen könnte. Nicht überraschend also, dass die Stimmung in diesem Unternehmen kaum konträrer sein könnte zu der, die ich im anderen Unternehmen nur vermuten und befürchten kann.

Das heißt nicht, dass es in dieser Firma nicht auch einige Themen und Herausforderungen gibt. So sorgt sich der Chef, zu viele Aufgaben selber zu übernehmen. Sowohl er als auch seine Mitarbeiter befürchten, dass es im Falle seines Ausfalls – eben, weil er sich partiell übernimmt – niemanden gibt, der für ihn einspringen kann. So der Status Quo, wie er sich vor einigen Wochen präsentierte.

Aus Gesprächen mit diesem himmlischen Chef und seinem Team weiß ich ob dieser Herausforderungen. Und um für den Fall, dass der Chef wirklich einmal ausfällt, gerüstet zu sein, werden seit einigen Wochen Vorkehrungen und Maßnahmen getroffen sowie Lösungen erarbeitet – und zwar zusammen und im Team.

Dinge, wie eine nicht vorhandene Kommunikation oder eine Kommunikation hinter dem Rücken von Chef und Mitarbeitern gleichermaßen gibt es hier nicht. Stattdessen gibt es regelmäßige Meetings. In diesen:

  • Gibt es im Turnus einen Mitarbeiter, der die Meeting-Regie übernimmt
  • Gibt es feste Redezeiten, sodass jeder Mitarbeiter zu Wort kommt

Ebenfalls werden Maßnahmen ergriffen, die das gesamte Team befähigt, Verantwortung zu übernehmen und Entscheidungen selbstständig zu treffen!

Denn – und das dürfte für die Höllen-Chefs eine echte Überraschung sein:

  • Mitarbeiter WOLLEN Verantwortung übernehmen
  • Sie WOLLEN Entscheidungen selbstständig treffen können
  • Sie MÖCHTEN das Vertrauen ihres Chefs in ihre Kompetenzen
  • Sie MÖCHTEN sich mit dem Unternehmen identifizieren, in dem sie arbeiten

Hier geht es interessanterweise gar nicht mal so sehr darum, höhere Löhne zu erhalten. Den Mitarbeitern dieser Firma ist es deutlich wichtiger, Spaß an der Arbeit zu haben, zufriedene Kunden zu haben, eine sehr gute Beziehung zueinander und zum Chef zu haben.

Dies hat auch unsere Umfrage in der Firma ergeben. Alle Mitarbeiter (sämtlich aus der Generation Z) wollen lieber einen Sinn und Freizeit in der Arbeitstätigkeit haben, als Geld. Wer hinter dem Aspekt der Freizeit nun vermutet, es seien ja doch „faule Mitarbeiter“, der irrt. Denn er hat nicht verstanden, dass auch in vier Tagen in der Woche die Arbeit, die anfällt, erledigt werden kann – und zwar mit Spaß, Enthusiasmus, Freude und Stolz, gemeinsam etwas Tolles ge- und erschaffen zu haben.

Solange – und dies ist keine Einschränkung, die die Mitarbeiter stört – der Kundennutzen nicht aufgelöst wird. Denn es bringt am Ende trotz aller Begeisterung für eine gute Balance nichts, wenn der Kunde am 5. Tag der Woche eine von den Mitarbeitern verwaiste Firma vorfindet! Dies wäre letztlich keine Balance für das Unternehmen selbst.

Denn – und das sollte sich jeder Unternehmer wirklich einmal genau durch den Kopf gehen lassen: So wichtig Geld und Löhne sind, umso wichtiger ist es für die meisten Arbeitnehmer, eine Arbeit zu erfüllen, die nicht einfach nur „nach Vorschrift“ erfolgt und bei der sie nicht wahr- und für voll genommen und nicht wertgeschätzt werden. Viele Arbeitnehmer zögen dann vor, den Arbeitgeber (from Hell) zu wechseln.

Der Humanunternehmer – O-Töne zur Unternehmensführung

Abschließend einige Dinge, die die Mitarbeiter während der ausführlichen Gespräche über ihren Chef gesagt haben – Dinge, die nicht weiter kommentiert werden sollten, dafür Dinge, die sich wirklich jeder Unternehmenschef GENAU durchlesen und verinnerlichen sollte:

  • Super coole Truppe.
  • Werte der Leute werden geteilt.
  • Wir haben hier eigenverantwortliches Handeln.
  • Unser Chef gibt uns Aufgaben und vertraut uns.
  • Soziales Klima, Nachhaltigkeit, gutes miteinanderUmgehen.
  • Er schreibt nie, will kommunizieren. Aber er lässt auch nicht nach.
  • Hier ist es professioneller und offen zu modernen Themen. Wir haben einen hohen Qualitätsanspruch.

Über den Chef sagen die Mitarbeiter:

  • Er ist nicht so autoritär, wir sind ja fast auf Augenhöhe.
  • Er ist ein lieber Chef. Entspannt, sauber, arbeitet mit Würde.
  • Er hat menschlich super andere Ideale, die über den unternehmerischen Erfolg hinausgehen (…)
  • Er ist ein offener und ehrlicher Chef, den man alles fragen kann, der sich auch Zeit dafür nimmt (…)

Diese Liste ließe sich noch schier endlos fortführen. Aber ich glaube, Du hast gesehen, welche himmelschreienden Unterschiede zwischen diesen beiden Chef-Modellen bestehen. Diese Unternehmensführung verfolgt den Ansatz des Humanunternehmens – einen Ansatz, den ich selber auch verfolge. So lange es Chefs wie diesen gibt, besteht Hoffnung, dass auch andere Unternehmer auf diesen Zug aufspringen und es Chefs from Hell irgendwann gar nicht mehr gibt.

Stattdessen baue ich darauf, dass es über kurz oder lang nur noch Humanunternehmer gibt, die – wie nicht nur ich, sondern auch der Humanunternehmer Gunnar Barghorn – folgende Philosophie verfolgen:

  • Der Mensch steht im Mittelpunkt des Unternehmens
  • Der Unternehmer bringt eine neue Ebene der Leichtigkeit ins Unternehmen
  • Und arbeitet nicht im Unternehmen sondern am Unternehmen und mit den Mitarbeitern

Letztlich gelingt es diesem Humanunternehmer, seine Mitarbeiter und damit auch sich selbst in die Freiheit zu führen – und zwar in die Freiheit, eigenverantwortlich zu entscheiden und zu handeln. Damit ist letztlich allen an einem Unternehmen beteiligten Personen geholfen – dem Unternehmer selbst, den Mitarbeitern und den Kunden (also allen Stakeholder), die ein Unternehmen ebenfalls über Wasser und im richtigen Fahrtwind halten.

Bewerten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Das könnte Dich auch interessieren:

Anonyme Online Teamsurvey

Anonyme Online Teamsurvey

Anonyme Online Teamsurvey Anonyme Online Teamsurvey bzw. anonyme Online Mitarbeiterbefragungen – Das konkrete Angebot für Sie! Ebenfalls enthalten: Warum! Vorteile! Kosten! Ihr

Unternehmer oder Manager

Unternehmer oder Manager

Unternehmer oder Manager Vor einigen Tagen hatte ich ein Gespräch mit einer Bekannten. Dabei ging es um die Frage, ob Unternehmer und

Unternehmenzukunft jetzt

Unternehmenzukunft jetzt

Unternehmenzukunft jetzt Wer sagt, dass nur Corona-Schnelltests in Sekundenschnelle Ergebnisse liefern? Und wieso sollten nicht auch Unternehmen an Schnelltests teilnehmen – und

Über den Autor

Kerk Behrens

Mit über 30 Jahren Erfahrung & Expertise in der Gründung und Beratung von KMUs, ist Kerk Behrens Ihr Unternehmensberater. In seinen Blogs stellt er Ihnen Themen & Tipps rund um das Unternehmertum vor.

Das Inhaltsverzeichnis

Möchten Sie, dass wir Sie kostenlos beraten?

724


    Ja, ich akzeptiere die Datenschutzerklärung.