Auch wenn sich durch die Lockerungen wieder so etwas wie „Normalität“ einzustellen scheint, bleibt doch der Fakt: Bis sich die Wirtschaft vollständig von der Pandemie erholt hat, werden noch einige Jahre ins Land ziehen. Einige Unternehmen kämpfen ums Überleben, und müssen Mitarbeiter entlassen.

Genau wie bei der Einstellung neuen Personals bietet Ihnen diese Krise die Chance, Ihre Modalitäten für eine Entlassung neu aufzustellen. Ob Personal eingestellt oder entlassen wird: Was bislang alleinige Chefsache war, kann und sollte nun zur Teamentscheidung werden. Vielleicht haben Sie einen Mitarbeiter in Ihrem Team, der aber dauerhaft nicht ins Team passt?

Vor Corona haben Sie die Entlassungs-Zügel selber in die Hand genommen. Sie sind der Chef, und wenn Ihnen die Nase von Herrn XY nicht passt, muss er halt gehen. Doch wie wäre es stattdessen mit folgendem Ansatz? Anstatt die Verantwortung für die Entlassung alleine zu schultern, holen Sie sich Ihre Mitarbeiter mit in das Boot und teilen so die Verantwortung und stärken den Teamgedanken.

Jeder Unternehmer kennt die Situation: Ein Mitarbeiter ist eingestellt worden. An sich passt er, was seine Fähigkeiten betrifft, perfekt ins Team. Und „uneigentlich“ tut er es nicht. Der Grund: Durch seine Persönlichkeit sorgt er für häufige ungute Polarisierungen. Vielleicht häufen sich die Beschwerden der Mitarbeiter über die fehlende Teamfähigkeit es Betreffenden, was Sie zum Handeln zwingt.

Entlassung durch das Team statt „Nasenfaktor“: Wie funktioniert’s?

Sie können aber auch auf demokratische Art „handeln“. Sie übertragen einen Teil der Entscheidung für die Entlassung an Ihne Mitarbeiter. Im Prinzip funktioniert dieser Prozess wie der Einstellungs-Test, nur umgekehrt. Aus Ihrem Team übernimmt ein Mitarbeiter die Leitung der Umsetzung für die anstehende Entlassung von Mitarbeiter X.

Zunächst erfolgt eine anonyme Befragung der Mitarbeiter, die mit dem Kollegen arbeiten. Sie benennen darin, wie sie mit allen Kollegen im Team harmonieren und zusammenarbeiten können. Jede der Personen aus der Gruppe gibt einen Zahlenwert von 1-6 (nach Schulnoten) an, wieweit jeder Kollege aus dem Team das Team fachlich und persönlich im Hinblick auf die Teamfähigkeit voranbringt.

Anschließend wertet der zuvor benannte Leiter diese anonyme Angaben aus. Sofern sich durch die Auswertung ergibt, dass der betreffende Kollege beim Punkt der Teamfähigkeit im Verhältnis zu allen anderen weit abfällt (5 oder 6 der Schulnote), so ist – unabhängig von seinen übrigen Leistungen – ein aktives Handeln durch Sie erforderlich. Dieses kann wie folgt aussehen:

  • Sie als Firmenchef setzen sich mit der Auswertung auseinander
  • Sie diskutieren die gewonnenen Erkenntnisse mit dem betreffenden Mitarbeiter
  • Sie weisen ihn darauf hin, dass er sein Verhalten zukünftig dem Team anpassen sollte
  • Sie machen deutlich, dass Ihnen das Teamgefüge wichtiger ist, als die individuellen Leistungen

Mitarbeiter-Entlassung als Teamsache – wie geht es weiter?

Sofern der Mitarbeiter sein Verhalten einsieht und gelobt sich zu bessern, fordern Sie ihn auf, dieses seinen Teamkollegen mitzuteilen und mit ihnen konkrete Veränderungsvorschläge zu vereinbaren. Nach 3 Monaten wiederholen Sie die anonyme Befragung. Wenn die Ergebnisse keine Besserung der Teamstimmung zeigen, dann ist die Entlassung des betreffenden Mitarbeiter unausweichlich.

Sie delegieren das Finden eines adäquaten Ersatzes an den Gruppenleiter und verfahren wieder nach Teil 1.

Der Neueinstellungspunkt ist enorm wichtig. Es reicht nicht, dass einige Mitarbeiter mit ihrem Kollegen unzufrieden sind, auch wenn sie damit die gleiche Meinung vertreten, wie Sie. Die Entlassung bedeutet einen Verlust für Ihr Unternehmen, und zwar von Fachwissen und Expertise. Diese Lücke gilt es, richtig neu zu besetzen. Soll Mitarbeiter X gehen, sollen die Kollegen auch den Ersatz bestimmen.

Der Vorteil: Sie schultern die Verantwortung für die Entlassung nicht alleine. Sie sind nicht der „Buhmann“ der aus „dem Bauch heraus“ eine Entscheidung trifft. Stattdessen ist das Ergebnis durch eine demokratische Befragung bestimmt worden. Auch beim Ersatz, den Sie als Chef zum Schluss absegnen müssen, gilt dies.

Teamentscheidung bei der Mitarbeiterentlassung – welche Vorteile haben Sie?

Sie vermeiden mit dieser Einbeziehungstaktik, dass der Neue nicht ins Team passt und garantieren so einen besseren Teamzusammenhalt. Darüber hinaus ist allen Mitarbeiter deutlicher vor Augen geführt worden, dass Teamfähigkeit (die hilft nämlich auch, individuelle Schwächen Einzelner auszugleichen) die wichtigste Prämisse im Unternehmen ist.

Gerade in Krisen zeigt sich, dass ein gutes und funktionierendes Team zusammensteht und das Wohl des Unternehmens im Auge hat. Das kann bedeuten, dass ein nicht teamfähiger Mitarbeiter durch einen gemeinsam getroffenen Konsens geht. Wie bei jeder unternehmerischen Herausforderung gilt: betrachten Sie Ihr unternehmerisches Thema aus der Sicht Ihres Unternehmens und nicht aus Ihrem persönlichen Blickwinkel.

Wenn Sie bei dieser Betrachtung und der Entscheidungsfindung ein objektives Auge oder jemand der die anonymen Befragungen Ihrer Mitarbeiter durchführt, melden Sie sich bei mir unter +49 (0)40 808093 136, schreiben Sie mir hier oder kontaktieren Sie mich auf Skype unter k.behrens_9

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