Die Corona-Pandemie beherrscht nach wie vor unser Leben. Für Unternehmen bedeutet das seit fast 2 Monaten: Der kurzfristige Umzug ins Homeoffice, neue Arbeitsstrukturen und Zukunftsangst. Mitarbeiter werden in Kurzarbeit geschickt, andere müssen entlassen werden – wenn nicht bereits während der Pandemie, dann möglicherweise kurz danach. Diese Krise ist das erste Mal, dass ein Unternehmen nicht wie sonst „vom Kopf stinkt“.

Ich meine damit, dass sonst der Inhaber wichtige Dinge im Team, bei den Kunden, beim Produkt oder seinem Führungsstil vernachlässigt und damit die Krise selbst verursacht hat. Nun liegt ein komplett-kollektiver Zusammenbruch der wirtschaftlichen Aktivitäten vor, für die ein Chef beim besten Willen nichts kann! Diese so nie dagewesene Stresssituation stellt alle Führungskräfte vor völlig neue Situationen.

Gerade jetzt ist es enorm wichtig, eine „gute Führungskraft“ zu sein, die richtigen Entscheidungen zu treffen und das Mitarbeiterteam trotz der Krise zu motivieren. Momentan kann man nicht wie sonst Pläne abarbeiten, sondern nur „auf Sicht“ fahren, also von Tag zu Tag planen. Verunsicherung, Ohnmacht und Wut sind dabei nur einige Emotionen, die uns leiten und lähmen können. Doch gerade Ihnen obliegt es, Ihren Mitarbeitern in dieser Zeit Halt zu geben und ihnen die richtige Richtung zu weisen. Führungsstärke war nie wichtiger, als heute.

Wie bin ich eine gute Führungskraft?

Wir sind abgeschottet von unseren Mitmenschen und Mitarbeitern – und das trotz täglicher Telefon- und Videokonferenzen. Vielen von uns fehlt der persönliche Kontakt mit Kollegen und Kunden. Man könnte nun auf die Idee verfallen, dass gerade jetzt eine „klassische“, konkrete Anweisung von Aufgaben notwendig ist.

Allerdings sind Wirtschafts- und Unternehmensexperten einhellig der Meinung, dass genau das Gegenteil der Fall ist. Ja, viele MAs möchten klare Ansagen, möchten gesagt bekommen, was wann wie gemacht werden soll. Das wird Ihnen in der Krise allerdings nur bedingt helfen. Viel wichtiger ist es, dass Sie ein Team haben, das eigenständig Denken und Handeln kann. Einige Gründe:

  • Wir arbeiten z.T. nicht mehr in unserer Firma, sondern Zuhause (keine Trennung mehr)
  • Sie brauchen „Unternehmer“ im Unternehmen, die eigenständige Entscheidungen treffen
  • Die wirtschaftlichen Bedingungen haben sich radikal verändert und damit auch für Ihre Firma
  • Viele Firmen müssen ihre Gelder & Kosten herunterfahren und trotzdem „am Laufen bleiben“

Monkey Business in der Krise – wie delegiere ich richtig?

Für viele Führungskräfte ist nun die Delegation von Aufgaben immens wichtig. Sie erinnern sich an das Monkey Business? Hier ist u.a. von Chefs die Rede, die nicht gerne delegieren, weil sie denken, alles besser zu machen, als ihre Mitarbeiter. Davon ausgehend, dass in einer Krise Kreativität und Aufgabenteilung erforderlich ist, müssen Sie nun anfangen, Ihre Aufgaben auf einige MA aufzuteilen:

  • Nehmen Sie sich zurück, lassen Sie die MA in Video- und Telefonkonferenzen ausreden
  • Hören Sie Ihren Mitarbeitern zu, erkundigen Sie sich nach ihren Familien und ihren Ängsten
  • Seien Sie hier nicht zu emotional dabei, aber seien Sie dennoch empathisch und motivierend
  • Glauben Sie an Ihre Mitarbeiter und das Team und vertrauen Sie ihnen in dieser Zeit zu 100%

Ich weiß, dass es schwer ist, dies in der Praxis umzusetzen. Schließlich ist es schon in „normalen“ Zeiten nicht einfach, diese Regeln zu leben und umzusetzen. Doch jetzt gilt: Führen Sie Ihre Mitarbeiter weiterhin – aber nicht als bloße „Follower“ Ihrer Anweisungen, sondern in eine Selbstständigkeit, die es ihnen ermöglicht, in Ihrem Sinne und dem Ihrer Firma zu agieren, zu entscheiden und zu handeln.

Die Corona-Krise hat die Welt auf den Kopf gestellt – und das Virus wird dies weiterhin tun, auch, wenn sich die Lage wieder normalisiert. Die Wirtschaft wird noch Jahre benötigen, um sich von der Pandemie und ihren Folgen zu erholen.  Vertrauen Sie Ihren MA, sie werden schon um ihrer eigenen Arbeitsplätze willen alles versuchen, um der Firma zu helfen. Geben Sie ihnen die Möglichkeit dazu.

Wie bei jeder unternehmerischen Herausforderung gilt: betrachten Sie Ihr unternehmerisches Thema aus der Sicht Ihres Unternehmens und nicht aus Ihrem persönlichen Blickwinkel. Wenn Sie bei dieser Betrachtung und der Entscheidungsfindung ein objektives Auge benötigen, melden Sie sich bei mir unter +49 (0)40 808093 136, schreiben Sie mir hier oder kontaktieren Sie mich auf Skype unter k.behrens_9

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Kerk Behrens

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