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Vor einigen Tagen hatte ich ein Gespräch mit einer Bekannten. Dabei ging es um die Frage, ob Unternehmer und Manager ein und dasselbe sind. Dabei stellte sich heraus, dass sie – wie vielleicht viele – Unternehmer und Manager „in einen Topf werfen“. Das begründet sich mit Sicherheit auch durch die in der Presse präsenten Skandale um Großunternehmen wie VW oder die Deutsche Bank. Allerdings sind hier nicht die Unternehmen im Zentrum der Kritik, sondern die angestellten Manager dieser Firmen. Vor allem deren immensen Gehälter und die teils öffentlich zur Schau gestellte Luxussucht stoßen vielen Menschen dabei unangenehm auf.

Um Licht in dieses Rollenmissverständnis zu bringen, möchte ich Ihnen in diesem Beitrag den Unterschied zwischen einem Unternehmer und einem Manager aus meiner Sicht nahebringen.

Der Manager

Der Duden definiert den Begriff „Manager“ wie folgt:

  1. mit weitgehender Verfügungsgewalt und Entscheidungsbefugnis ausgestattete, leitende Persönlichkeit eines Großunternehmens
  2. geschäftlicher Betreuer von Künstlern, Berufssportlern o. Ä.[1]

Das Wort leitet sich von den lateinischen Begriffen manus und agere und dem englischen to manage ab, was so viel bedeutet wie „handhaben“; „bewerkstelligen“, „treiben“ und „leiten“. Im Gegensatz zum Unternehmer, der eine Firma gründet, ist ein Manager eine Person, die sich in einem Anstellungsverhältnis befindet und in dieser Rolle Managementaufgaben wie Planung, Organisation, Führung, Mitarbeiterbewertung und Kontrolle wahrnimmt.

Allgemein geht die theoretische Forschung davon aus, dass ein Manager fünf Schlüsselqualifikationen erfüllen muss:

  • Fachliche Qualifikation (Sache)
  • Konzeptionelle Qualifikation (Zielsetzung)
  • Methodische Qualifikation (Realisierung)
  • Kommunikative Qualifikation (Umgang mit Menschen)
  • Soziale Verantwortung (Moral und Ethik)

Aufgrund dieser Aufgabenbereiche kommt es immer wieder vor, dass der Manager mit dem Unternehmer, also dem Eigentümer einer Firma, gleichgesetzt wird.

Tatsächlich ist ein Manager eher am kurzfristigen Erfolg eines Unternehmens interessiert. Er orientiert seine Handlungen und Entscheidungen auf einen kurzfristigen Erfolg, der für alle schnell sichtbar ist und sich für ihn persönlich durch Beförderung und/oder Bonus auszahlt. Oft sind Anreize ein Bonussystem, das seine Bereitschaft, große Risiken einzugehen, belohnt. Jedoch ist dieses risikobasierte Bonussystem kein reales Risiko für den Manager. Was er verlieren kann, ist ein hoher Bonus, aber er riskiert nicht die völlige Zerstörung der eigenen Existenz. Denn die Firma, für die er die Risiken eingegangen ist, trägt letztlich jeden vom Manager angerichteten Verlust.

Der Unternehmer

Der Duden definiert den Begriff „Unternehmer“ als Eigentümer eines Unternehmens. Genau genommen handelt es sich bei einem „Unternehmer“ um eine natürliche oder juristische Person, die entweder allein oder mit anderen Mitunternehmern ein Unternehmen betreibt.

Der Begriff leitet sich vom französischen entrepreneur ab, dieser Begriff hat sich sowohl im deutschen als auch im englischen Sprachraum „festgesetzt“.

Während der Manager eine Führungsrolle in einem Angestelltenverhältnis bekleidet, ist ein Unternehmer immer auch Eigenkapitalgeber einer Firma. Das heißt, dass sein Privatvermögen mit dem Firmenvermögen gleichgesetzt werden muss. Steht die Firma vor der Insolvenz, verliert der Unternehmer im schlimmsten Fall sein gesamtes Kapital bzw. Vermögen. Das heißt, dass der sogenannte Risiko“appetit“ den Unternehmer vom Manager unterscheidet. Der Unternehmer steht für seine Fehlentscheidungen vollständig und alleine da, der Manager wird in einem solchen Fall abgefunden und aus der Firma verabschiedet. Die „totale Pleite“ wird er also nicht erleben.

Dieses Eigenkapital ist der monetäre und juristische Unterschied zum Manager. Hinzu kommt der emotionale Faktor. Ein Unternehmer möchte mit einer Firmengründung auch seine Vision verwirklichen, das Unternehmen ist gewissermaßen sein Kind, seine Mitarbeiter sind seine Zweit-“familie“. Skandale wird er sich nicht leisten, wenn er nicht nur seinen Ruf, sondern auch seine Vision und sein Unternehmen aufs Spiel setzen will.

[1] https://www.duden.de/rechtschreibung/Manager, aufgerufen am 24.05.2019.

Wie bei jeder unternehmerischen Herausforderung gilt auch hier: betrachten Sie Ihr unternehmerisches Problem/Thema aus der Sicht Ihres Unternehmens und nicht aus Ihrem persönlichen Blickwinkel. Wenn Sie bei dieser Betrachtung ein objektives Auge benötigen, melden Sie sich bei mir unter +49 (0)40 8090319016 oder schreiben Sie mir hier

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